Gefahren beim Relaunch einer Community

Nach einer langen Pause ist es wieder Zeit etwas Leben in meinen Blog zu bringen. Dabei bietet sich ein Thema idealerweise an, das mich letztens beschäftigt hat. Und zwar das Relaunchen einer mehr oder minder erfolgreichen Community.

Relaunch einer Community beinhaltet in der Regel diverse Updates – z.B. Foren-Software (OpenSource oder auch selbstentwickeltes System), neues Features sowie ein neues Design. Letztens war ich Zeuge bei einem Relaunch einer relativ großen Community.

Auch wenn ich nicht wirklich dabei beteiligt war, hatte mich über diverse Punkte sehr aufregen müssen. Es sind einfach zu viele Fehler passiert, die man hätte vermeiden können. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt zu diesem Thema einen Aritkel zu schreiben und auf diverse Punkte aufmerksam zu machen.

Kommunikation

Bevor man sich überhaupt an die Planung eines Relaunches setzt, sollte zunächst mit den Moderatoren ausfürlichst diskutiert werden. Es ist sehr wichtig bei jeglichen Schritten die Beteiligten einzubeziehen. Dabei geht es nicht darum, die Erlaubnis für ein Relaunch einzuholen, sondern, den Moderatoren und alten Hasen so schohnend wie nur möglich zu vermitteln, was man vor hat und welche Vorteile solch ein Relaunch mit sich bringt.

Nicht zuletzt profitiert man vom Moderatoren-Team. Dieses ist in der Regel aktiver in der Community als die Betreiber selbst und können besser einschätzen was gut ankommen wird und was nicht.

Eine der Probleme ist, dass die Mitglieder, die sich bereits an ein bestimmtes System bzw. Design gewöhnt haben, sehen es ungern, wenn von heute auf morgen alles komplett geändert wird. Da ist ein Fingerspitzengefühl notwendig, um ein Relaunch richtig zu beginnen.

Kompetenz

Personen, die für Betreuung eines Projektes eingesetzt werden, sollten sich vorzugsweise mit der Materie auskennen z.B.:

  • wie man mit den Moderatoren und Mitgliedern zu kommunizieren hat
  • wie man das eingesetzte System bedient und auch relativ komplizierte Vorgänge bewerkstelligt
  • in der Lage sein, sich mit einem Problem eine gewisse Zeit auseinandersetzen zu können und nach Lösungen suchen (ohne sich alle 20 Sekunden an andere wenden zu müssen)
  • sich artikulieren und dem Techniker erklären können, wenn Probleme auftreten, die schleunigst behoben werden müssen
  • richtig die Prioritäten setzen

Fristen

- Zu wann soll es fertig sein?
- Gestern!

Um die Wirtschaftlichkeit eines Projekts zu kontrollieren, müssen sowohl die Zeitdauer der Umsetzung des gesamten Projekts als auch der einzelnen Arbeitsschritte durch Absprache mit den einzelnen Abteilungen geplant werden. Wichtig ist dabei realistisch zu bleiben und nicht blind ein Datum festlegen. Das wird in der Regel nicht eingehalten und sorgt für Aufregung im Team, das wiederum beeinflusst die Qualität des Projekts. Große Probleme bereiten dabei die Feiertage und die Urlaubsplanung der Teammitglieder, die schon oft weit im Voraus geplant und eingereicht sind.

Teamworkflickr.com

© millicent_bystander

Zusammenarbeit

Die Arbeit in einem Team muss immer gut koordiniert werden. Dazu gehören logischerweise auch regelmäßige Besprechungen. Ohne Kommunikation und klare Zielsetzung, ist die Umsetzung einer Relaunch ein schwieriges Unterfangen. Jedoch muss man sich auf das wesentliche konzentrieren und nicht bei jeder Kleinigkeit sofort rumrennen und andere von der eigentlichen Arbeit abhalten.

Was absolut nicht geht, ist die Lernresistenz eines jeden Teammitglieds, besonders, wenn es sich um den Projektleiter handelt. Es ist verständlich, dass der Projektleiter die Verantwortung übernehmen und mehr oder minder das letzte Wort haben muss. Dennoch ist es nicht verkehrt auf das Team zu hören und bei der Entscheidungsfindung die Vorschläge zu berücksichtigen.

Schulungen

Wenn mehrere Leute aus unterschiedlichen Bereichen (SEO, Programmierer, Designer, Redakteur etc.) an einem Projekt arbeiten, dann wäre es nicht verkehrt kleine Schulungen zu halten. Es geht nicht darum alle zu universellen Soldaten zu machen, die alles können. Es erleichtert ungemein die Arbeit eines Jeden, da man bereits gewisse Grundkenntnisse besietzt und Vorstellungen über die Arbeitsweise der jeweiligen Abteilungen hat.

Fertigstellung

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Projekte selten den 100%-Status erreichen, auch beim Relaunch nicht. Es wird eine neue Version konzipiert und entwickelt, jedoch fällt einem im Nachhinein ein, was noch zusätzlich gemacht werden könnte. Da kann es schon passieren, dass die Fertigstellung entweder verschoben wird oder als unfertiges Projekt onlinegestellt.

Was geschieht beim Onlinestellen eine unfertigen Projekts? Richtig! Es sind viele Bugs vorhanden, die Mitglieder sind von den Entwicklungen enttäuscht und sind verärgert, dass das Ergebnis anders ausgefallen ist, als zuvor versprochen.
Auch hier ist es sehr wichtig nicht nur im Team, sondern auch nach außen zu kommunizieren.

Es gibt bestimmt noch viel mehr, was beachten sollte. Da der Beitrag doch etwas lang geworden ist, kommt an dieser Stelle vorerst ein Punkt.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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