Viele Suchmschinenoptimierer haben ein großes Problem – sie haben einfach Angst, etwas zu verpassen und bekommen Panik: Wenn sie auf den Zug mit dem aktuellen Hype nicht aufspringen, dann könnte das ihre Existenz ruinieren.
So habe ich zumindest folgendes Gefühl, wenn ich mich mit einem Suchmaschinenoptimierer / Websitebetreiber unterhalte: Während ich noch den Satz zu Ende ausspreche, analysiert er in Gedanken schon, ob diese Wortkombination bei der Denic registriert sein könnte und ob bei den Affiliate-Netzwerken auch passende, ordentlich vergütende Partnerprogramme vorhanden sind.
Man könnte meinen, für den SEO ist der Zwang Domains zu kaufen bzw. zu besitzen genauso krankhaft, wie bei den Frauen die Schuh-Problematik: Auch wenn man sich vielleicht dessen bewusst ist, dass die Domain nie effizient genutzt wird, muss man diese dennoch haben, um nachts besser schlafen zu können.
Was kommt dabei heraus?
Man besitzt unzählige Domains, hat aber nicht die Kapazitäten, jedem Projekt soviel Aufmerksamkeit zu widmen, dass aus jedem auch etwas Sinnvolles und Gewinnbringendes entsteht (sofern man natürlich diese Absichten verfolgt).
Wie geht man dieses Problem nun an?
Um kein Domain-Messie zu werden, sollte man bei sich also gründlich ausmisten. Wie konzentriert man sich jedoch auch die “guten” Projekte? Wie im Haushalt auch sortiert man die Gegenstände danach, ob man sie in der letzten Zeit gebraucht hat, ob man sie in der nächsten Zeit gebrauchen könnte und was dies einem bringt. Falls man bei einigen Gegenständen unsicher ist: Weg damit! – Oder zumindest in den Keller.
Bei den Domains sollte man wenige Projekte ins Auge fassen, auf die man sich in der nächsten Zeit intensiv konzentrieren kann und will. Dabei sollte man sich folgende Frage stellen:
- Habe ich eine konkrete Idee für das Projekt?
- Hebt sich diese Idee von anderen ab?
- Bin ich in der Lage diese Idee umzusetzen bzw. umsetzen zu lassen?
- Wird sich das Projekt langfristig tragen?
- Bin ich in der Lage mit Regelmäßigkeit und / oder Innovationen das Projekt nicht nur am Leben zu erhalten, sondern stetig zu verbessern?
Erst wenn man auf diese Fragen ausnahmslos mit “Ja!” antworten kann, hat das Projekt Potential und ist es wert weitergeführt zu werden. Wenn nicht, sollte das betreffende Projekt erst einmal auf Eis gelegt oder, wenn die Trennung nicht allzu schmerzhaft ist, verkauft werden.
Dadurch, dass Prioritäten gesetzt werden und der Schwerpunkt auf einem oder zwei guten Projekten liegt, setzt sich Qualität gegenüber Quantität durch.
Auf diese Weise wird der Domain-Messie schnell zum Inneneinrichter einer minimalistischen Designwohnung.



